|
 |
|
 |
|
 |
|
 |
|
 |
|
 |
|
|
URBANES INFORMATIONSSYSTEM (UIS)
|
|
|
|
 |
|
|
|
 |
|
|
|
Es ist kein Geheimnis, daß kommerzielle Stadtpläne allesamt Mängel bezüglich Handhabbarkeit und Übersichtlichkeit aufweisen und Sollbruchstellen ihre Lebensdauer im täglichen Einsatz bemerkenswert verkürzen.
|
|
|
|
Grundsätzliches Problem bei der Gestaltung von Stadtplänen ist die fehlende Analogie zur konzentrischen Form der Stadt, da Drucktechniken bestimmte Formate vorschreiben und
linear-orthogonale Koordinatensysteme das Stadtgebiet willkürlich zerteilen.
|
|
|
 |
|
|
|
 |
|
|
|
Im direkten Vergleich eines Astrocyten (Sternzellers)
aus dem Nervengewebe mit einer Satellitenaufnahme
von Paris ist sehr gut zu erkennen, daß eine Stadt ein Lebewesen ist, das sich linear-orthogonal nur schwer erfassen läßt.
|
|
|
|
Nur wenige Städte weisen einen so regelmäßig ringförmigen Grundriß um einen Mittelpunkt herum auf wie Moskau (Kreml), Nördlingen (Rathaus), oder die Idealstadtentwürfe der italienischen Renaissance. Zu vielfältig sind die topographischen Gegebenheiten der verschiedenen Städte der Welt.
|
|
|
|
 |
|
 |
|
 |
|
|
 |
|
|
Doch auch Städte mit unregelmäßigem Grundriß folgen den Gesetzen der Stadtentwicklung, so daß Ringstrukturen auch in scheinbar amorphen Metropolen wie Los Angeles zu erkennen sind. Beim Stadtmittelpunkt handelt es sich fast immer um ein markantes Gebäude von großem Bekanntheitsgrad, das im oder am historisch-geographischen Zentrumgelegen ist, wie z. B.
Athen: Akropolis
Rom: Colosseum
Paris: Notre Dame
Berlin : Fernsehturm am Alexanderplatz
um ein paar der bekanntesten zu nennen.
|
|
|
|
 |
|
|
|
 |
|
 |
|
|
|
Ein Blick in die Natur zeigt, daß polare Strukturen keine Seltenheit sind.
Im Gegenteil, bei näherer Betrachtung erkennen wir,daß es sich hierbei um ein
Bauprinzip der Natur handelt, vom Einzeller bis zu komplizierteren Mehrzellern, wie Sternanis, Orangen, den Blättern der Kapuzinerkresse, Bäumen, oder Schnecken, dem sämtliche Lebewesen unterworfen sind.
|
|
|
|
 |
|
 |
|
 |
|
|
|
Auch im religiösen Bereich finden wir Darstellungen, die sich auf einen Mittelpunkt beziehen,wie z.B. das Schema der Londoner Psalterkarte aus dem 13. Jh., die das christliche Weltbild jener Zeit vermittelt. Jerusalem, das Zentrum der Christenheit, befindet sich in der Mitte der Weltscheibe.
Ein anderes Beispiel ist die Darstellung des Lebensrades an der schwarzen Pagode zu Konarak. Das Rad ist das zentrale Symbol des Hinduismus für den Lauf des Lebens schlechthin. Es verkörpert die kosmischen Zyklen, welche alles Lebendige prägen.
Das Mandala (sanskr. - Kreis) ist zu einem allgemeinen Begriff in Religionswissenschaften und Psychologie geworden, dort vor allem als Symbol der Ganzheit und als Aspekt der Zentrierung und Geborgenheit.
|
|
|
|
 |
|
 |
|
 |
|
|
|
Auch die menschlichen Bezugssysteme zur Erfassung der räumlichen Umwelt sind polarer Natur. Sei es die Darstellung der menschlichen Proportionen von Leonardo da Vinci, die deutlich macht, daß der Mensch polar auf seine Geschlechtlichkeit bezogen ist, oder die Systeme zur Vermessung der Erde und des Sternenhimmels. Sogar das gesamte Universum ist auf einen Mittelpunkt bezogen, nicht zuletzt durch den Urknall.
|
|
 |
|
|
|
 |
|
 |
|
 |
|
|
|
In kleinmaßstäbigen Karten dient der Stadtmittelpunkt schon lange zur Entfernungsmessung,
wie in Paris für Frankreich und in Berlin. In großmaßstäbigen Karten der Maßstabsbereiche 1: 10.000 - 1: 30.000 werden polare Systeme nicht verwendet. Dort behaupten orthogonale Systeme seit Beginn der Stadtkartographie ein Monopol. Nach dem, was über die Gestalt der Städte bekannt ist, mutet dies wie die versuchte Quadratur des Kreises an. Beliebige Koordinatengitter können gewachsene Strukturen nicht berücksichtigen.
|
|
|
|
 |
|
 |
|
|
Das
URBANE INFORMATIONSSYSTEM (UIS)
kombiniert vier polare Systeme miteinander.
|
|
|
 |
|
 |
|
 |
|
|
|
 |
|
|
|
1. Windrose
|
|
2. Zifferblatt der Uhr
|
|
3. Farbkreis |
|
4. Spinnennetz
|
|
|
Das Urbane-Informations-System ist ein Orientierungssystem zur Verwaltung von Objektinformationen in Stadtkartenwerken. Es dient der kartographischen Segmentierung des Stadtgebietes sowie der präzisen Zuordnung von Objekt zu Koordinate.
Über den Stadtmittelpunkt werden konzentrische Kreise von jeweils 1000 m Abstand gelegt, bis das gesamte Stadtgebiet abgedeckt ist. Diese werden in 60 gleiche Teile unterteilt, analog zum Zifferblatt der Uhr. Daraus ergibt sich eine Entfernungs-/Richtungsformel.
Beispiel: Der Wittenbergplatz besitzt die Koordinaten 4/40, d.h. er befindet sich 4 Kilometer westsüdwestlich entfernt vom Stadtmittelpunkt. |
|
 |
|
|
|
 |
|
|
|
Die Anordnung der Kartenblätter ergibt sich aus dem Spiralprinzip. Das erste Blatt zeigt den Bezirk Mitte. Alle weiteren Blätter schließen sich spiralförmig an: (Prenzlauer Berg, Friedrichshain,Kreuzberg, Tiergarten, Wedding, usw.).
Ein Farbleitsystem unterstützt zusätzlich die Übersichtlichkeit, wobei jedem Kartenblatt eine eigene Farbe zugeordnet wird.Dabei wird nach dem Prinzip verfahren, je näher am Zentrum, desto dunkler der Farbton, sowie Nord = blau; Ost =gelbgrün; Süd = orange; West = rotviolett.
|
|
|
|
 |
|
|
|
Das Urbane-Informations-System unterstützt die Selbstschulungskräfte in Orientierungsfragen.
Sämtliche Angaben beziehen sich auf den Punkt, an dem der Besiedlungsimpuls ausgelöst wurde.
Durch die Wölbung der Kreissegmente ist sofort zu erkennen, wo der Betrachter sich befindet.
|
|
|
|
 |
|
 |
|
|
| Norden |
|
Süden |
|
|
 |
|
|
|
Während der Expo 2000 in Hannover wurde das Urbane-Informations-System als Videobeitrag in Halle 4 (Connected Intelligence - Wege des Wissens) gezeigt.
|
|
|
|
 |
|
|
Die Entwicklung des UIS zum Ende des 20.Jh. weist auf einen Paradigmenwechsel hin, weg
von einer nüchtern-pragmatisch-ökonomischen Betrachtungsweise, hin zu einer umfassenden
Anschauung der Welt und der Zusammenhänge zwischen Mikro-und Makrokosmos. Die vorliegende Untersuchung leistet einen Beitrag zur Erforschung der Selbstähnlichkeit von Erscheinungen und Vorgängen im Universum und ist patentrechtlich geschützt. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|